 |  |
 |  |  |  |  |
 |
Das Thema Bildung und Bildungsförderung wurde ein Schwerpunkt der Diskussion. "Jeden Cent müssen wir in die soziale Infrastruktur stecken, um es unseren Kindern zu ermöglichen einen Ausbildungsplatz zu bekommen und ihnen eine Perspektive auf Arbeit zu verschaffen", sagte Paul Saatkamp.
"Kann man Armut in Euro ausdrücken?" fragte Mämpel Andreas Meiwes. "Wir reden hier über eine relative Armut nach einer Definition der EU. Wer weniger als 50 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens verdient, gilt demnach als arm. Diese Schwelle liegt für Alleinstehende bei 782 Euro und für eine Familie mit zwei Kindern, die unter 14 Jahren sind, bei 1642 Euro pro Monat".
Das sich Armut noch in ganz anderer Weise zeigt, darüber waren sich alle Gesprächspartner einig. Das Thema Bildung und Bildungsförderung wurde ein Schwerpunkt der Diskussion. "Jeden Cent müssen wir in die soziale Infrastruktur stecken, um es unseren Kindern zu ermöglichen einen Ausbildungsplatz zu bekommen und ihnen eine Perspektive auf Arbeit zu verschaffen", sagte Paul Saatkamp.
Die Forderung nach einem Ausbau der Sozialarbeit und einer Ganztagsbetreuung in Schulen einte die Diskussionsteilnehmer. Gudrun Hock verlangte darüber hinaus, dass sich Schulen und Kindergärten mehr öffnen müssten, um mehr Erziehungsarbeit zu leisten. "Ich kämpfe seit sieben Jahren als Sozialdezernentin dafür, dass Familien- und Sozialpolitik nicht 'Kinder und Kirche' bedeuten, sondern das es eine knallharte Standortpolitik ist, mit der sich Städte profilieren können."
Vor allem in Hinblick auf die Familien und Bildungspolitik anderer EU-Staaten befand die Runde für die Bundesrepublik einen enormen Nachholbedarf. Saatkamp forderte dazu auf, funktionierende Konzepte aus dem Ausland in der Bundesrepublik zu übernehmen. "Familienpolitik darf Menschen nicht vorschreiben wie sie zu leben haben. "Wir müssen dahin kommen, dass junge Menschen wählen können wie sie ihr Familienleben organisieren wollen", sagte Gudrun Hock. "Man wird Armut nicht abschaffen können. Es geht um Verminderung von Armut und ihrer negativen Folgen. Dabei spielt Geld sehr wohl eine Rolle, denn über Geld wird Armut definiert."
Quelle: Auszugsweise WAZ Westdeutsche Allgemeine, Essen.
|  |
|  |  |  |  |
|  | |