 |  |
 |  |  |  | 13. Mai 2011 |
 |
Einen Tag vor dem Finale des Eurovision Song Contest versammeln sich auf dem Rathausvorplatz mehr als 100 Mitglieder der Düsseldorfer Musikszene, um ihrem Unmut über die mangelnde Unterstützung der Stadt Luft zu machen. Man wolle OB Elbers zeigen, „wo die Gitarre hängt“. Die Sorge, dass nach dem Ende des ESC das Thema Musikförderung wieder in der Versenkung verschwindet, ist nicht unberechtigt. Dabei ist die Problemlage in Düsseldorf bekannt. Die SPD-Ratsfraktion und besonders Ratsherr Rajiv Strauß weisen seit Jahren auf das Missverhältnis zwischen der Förderung von Hochkultur und Subkultur hin.
Bürgermeisterin Gudrun Hock befürwortet den Protest und sagt den Musikern ihre volle Unterstützung zu: „Der Oberbürgermeister stellt Düsseldorf im Rahmen des ESC als große Musikstadt dar, um sich damit zu profilieren, aber die Realität sieht anders aus. Es gibt zu wenige Proberäume für Nachwuchsbands, die Mieten sind zu hoch und Auftrittsmöglichkeiten sind auch rar. Die Stadt ruht sich immer noch auf dem Ruhm von Künstlern wie Kraftwerk aus, aber auch die haben einmal klein angefangen. Selbst eine so kreative und innovative Band hätte unter den heutigen Rahmenbedingungen große Schwierigkeiten, überhaupt Fuß zu fassen.“
Dabei sei städtische Förderung der lokalen Musikszene weder finanziell noch organisatorisch besonders aufwändig, wenn man sie richtig angehe. „Die Düsseldorfer Musiker haben es in weniger als einer Woche geschafft, eine Kundgebung mit mehr als 100 Leuten auf die Beine zu stellen. In der Szene ist also Potenzial vorhanden. Ich bin mir sicher: Wenn man z.B. entsprechende Räumlichkeiten – und Leerstand haben wir ja reichlich – in guter Lage kostenlos zur Zwischennutzung anbietet und den Leuten sagt ‚Hier habt Ihr den Raum, gründet einen Förderverein, die Stadt spendet Euch 1.000€ Startkapital, macht Konzerte!’, würde das die hiesige Szene innerhalb kürzester Zeit deutlich beleben,“ so die Bürgermeisterin abschließend.
|  | Drucken ...
|  |  |  |
|  |  |  |  |
|  | |